Skandal: "Schöntrinken" nicht zum UNESCO-Kulturerbe ernannt

December 11, 2016

Vor wenigen Tagen hat die UNESCO 34 Kulturformen neu ins deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, darunter Märchenerzählen, Posaunenchöre, die ostfriesische Teekultur, Skatspielen und das Flechthandwerk. Die Aufnahme in das Verzeichnis, dem 171 Staaten angehören, soll Kulturgüter schützen, die "über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben werden und deren Erhalt für wichtig erachtet wird.

 

Gegen die Entscheidung der UNESCO gibt es allerdings erste scharfe Proteste. Wir sprachen mit dem Kabarettisten Klaus-Ulrich Moeller alias KANT.

 

 Herr Moeller, was stört sie an den Entscheidungen der UNESCO?

Moeller: Wichtige Kulturformen hat die UNESCO völlig außer acht gelassen, zum Beispiel das "Schöntrinken". Das ist eine jahrhundertealte Tradition, ohne die es keine Ehen und Partnerschaften geben würde. Beides wäre längst ausgestorben. Wenn ER nicht täglich ihre Kramfpadern, SIE nicht seine Speckfalten wegtrinken könnte - da wäre schnell Ende im Schacht. Seit Jahrhunderten. Das hat die UNESCO völlig unterschätzt.

 

Empfehlen Sie also Schöntrinken?

Selbstverständlich. Deshalb ist ja in machen Städten, etwa in Mainz, die Tradition verbreitet, bereits morgens auf dem Wochenmarkt mit dem Saufen anzufangen. Das Schöntrinken ist der einzige Wert, der die Gesellschaft ab 10 Uhr morgens noch zusammenhält.

 

Könnte das zur Befriedung unserer Gesellschaft beitragen?

Absolut. Wenn zufällig zwei AfD-Mitglieder, drei Gewerkschafter und zwei Mitglieder der FDP beim vierten Grauburgunder zusammenstehen - die verstehen sich doch alle blendend! Die trinken sich auch ihren politischen Gegner schön. Spätestens beim dritten Glas versprechen sich alle, sich gegenseitig zu wählen bei der nächsten Wahl. Wir könnten diese ganzen shitstorms über Facebook endlich ad acta

legen.

 

Wäre da auch international was möglich?

Aber ja. Das Schöntrinken wird als Instrument der Diplomatie noch völlig unterschätzt. Es reicht eben nicht aus, in Russland acht Wodka kippen zu können, ich muss danach auch noch einen Airbus der Malaysian Airlines vom Himmel holen können. Leider ist das Schöntrinken im muslimischen Bereich eher weniger verbreitet. Wenn so ein Selbstmordattentäter vorher drei Glas Kerner süffeln würde, verschüttet der wahrscheinlich was auf den Zünder und den ganzen Sprengstoffgürtel kann er ins Mittelmeer schmeissen. DAS wäre eine Maßnahme gegen zunehmende Terrorakte.

 

 

Was wäre ihr Fazit?

Ich kann es gar nicht klar genug sagen: Das Schöntrinken ist das wichtigste Kulturerbe, das wir haben und das wir an die nächsten Generationen durch Vorbild weitergeben müssen. Da werden die Amis aus dem Silicon Valley staunen, wenn wir ihre ganze Künstliche Intelligenz aushebeln: Wenn mein eigener Avatar mich selbst schöntrinkt, dann wird das die UNESCO vielleicht endlich überzeugen.

 

 

 

widderpress - moeller - 11.12.2016 / Baden-Baden

 

 

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